Plattenepithelkarzinoms
Jedes Jahr erkranken rund 132.000 Menschen an einem Plattenepithelkarzinom, auch Spinaliom genannt. Dieser weiße Hautkrebs kommt bei Männern häufiger vor als bei Frauen.
Plattenepithelkarzinoms
Jedes Jahr erkranken rund 132.000 Menschen an einem Plattenepithelkarzinom, auch Spinaliom genannt. Dieser weiße Hautkrebs kommt bei Männern häufiger vor als bei Frauen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 74 Jahren.
Typisch für diese weiße Hautkrebsart ist, dass sie über Jahre und Jahrzehnte langsam wächst.
Aussehen
Beim Plattenepithelkarzinom gibt es eine Vorstufe, die aktinische Keratose. Typisch dafür ist eine relativ scharf begrenzte Rötung, die kommen und gehen kann und die sich an der Oberfläche wie ganz feines Sandpapier anfühlt. Auf dieser Vorstufe entsteht beim Spinaliom irgendwann eine festhaftende Hornkruste, die ständig wächst und zu einem soliden Tumor wird.
Hat das Spinaliom einen Durchmesser von etwa einem Zentimeter erreicht, besteht eine gewisse Möglichkeit, dass sich Metastasen bilden.
Die aktinische Keratose tritt an Körperstellen auf, die häufig der Sonne ausgesetzt sind: an Nase, Stirn, Schläfen, Unterlippe und Handrücken. Da Männer oft kürzere oder weniger Haare als Frauen haben, sind bei ihnen auch Ohrspitzen, Nacken und Kopfhaut gefährdet.
Diagnostik
Um den Verdacht auf ein Plattenepithelkarzinom zu bestätigen, wird eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen und feingeweblich auf Zellen des weißen Hautkrebses untersucht. Wenn Risikofaktoren vorliegen – das Spinaliom zum Beispiel einen bestimmten Durchmesser überschreitet, bereits zu tief ins Gewebe eingedrungen oder das Immunsystem geschwächt ist –, werden außerdem die Lymphknoten mit Ultraschall untersucht.
Damit will der Arzt feststellen, ob sich in ihnen Krebszellen des Spinalioms finden. Bei ausgedehnten und stark in die Tiefe wachsenden Plattenepithelkarzinomen und wenn der Verdacht besteht, dass der Tumor Tochtergeschwülste in andere Organe (Fernmetastasen) abgesiedelt hat, kommen bildgebende Verfahren wie die Computertomographie in Frage.
Behandlung
Um die aktinische Keratose zu entfernen, gibt es verschiedene Verfahren. Dies sind zum einen operative Verfahren durch Laser oder Kältechirurgie. Bei der Kältechirurgie wird die betroffene Hautstelle für wenige Sekunden mit flüssigem Stickstoff behandelt, der eine Temperatur von etwa – 196 Grad Celsius hat.
Zum anderen kann die photodynamische Therapie (PDT) zur Anwendung kommen. Dabei werden die betroffenen Hautstellen mit einem speziellen Wirkstoff behandelt und anschließend einem langwelligen Licht ausgesetzt – meist Rotlicht. Manchmal genügt auch Tageslicht, so dass Betroffene im Anschluss nach der Behandlung einfach eine Zeit lang ins Freie gehen können. Als weitere Behandlungsmöglichkeiten kommen eine lokale Chemotherapie oder eine lokale Immuntherapie in Frage.
Ist das Spinaliom noch nicht größer als ein bis zwei Zentimeter, besteht eine Heilungschance von nahezu 100 Prozent.
Nachsorge
Bei etwa der Hälfte der Menschen mit Plattenepithelkarzinom tritt innerhalb von fünf Jahren nach der Diagnose ein Zweittumor auf. Daher sind bei diesem weißen Hautkrebs in den ersten fünf Jahren Nachsorgeuntersuchungen beim Spinaliom besonders wichtig. Wie oft sie stattfinden, hängt von jedem Einzelfall ab. Im ersten Jahr sind kurze Abstände von einem Vierteljahr ratsam.