Malignes Melanom
Das maligne Melanom, der sogenannte schwarze Hautkrebs, tritt immer häufiger auf. Rund 50.300 Menschen erkranken jedes Jahr daran.
Malignes Melanom
Ein Melanom kann an allen Stellen des Körpers vorkommen. Bei Männern befindet es sich sehr oft am Rumpf, bei Frauen eher an Armen und Beinen. Grundsätzlich können Melanome „einfach so“ neu entstehen oder sich aus einem Pigmentmal (Leberfleck / Muttermal) entwickeln.
Melanome können überall entstehen, auch an versteckten Stellen wie beispielsweise im Genitalbereich, am behaarten Kopf, unter Finger- oder Fußnägeln oder an den Fußsohlen.
Aussehen
Je nach Größe besitzen Muttermale, die bereits bei der Geburt vorhanden waren, ein gewisses Risiko, zu einem malignen Melanom zu entarten.
Bei Kindern mit sehr großen Malen, die zum Teil ganze Körperpartien bedecken, sollten sich die Eltern bereits in den ersten Lebenswochen des Kindes von einem Arzt beraten lassen, ob und inwieweit das oder die Male operativ entfernt werden können und sollen.
Bei nahezu jedem Menschen entstehen vor allem in der ersten Lebenshälfte gutartige Pigmentmale, bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger. Das ist somit noch kein Grund zur Besorgnis. Allerdings ist mittlerweile bekannt, dass besonders Menschen mit sehr vielen Muttermalen ein deutlich erhöhtes Risiko besitzen, an einem Melanom zu erkranken.
Erste Hinweise auf verdächtige Veränderungen kann schon das Aussehen eines Pigmentmales geben. Hilfreich ist hier die sogenannte ABCDE-Regel. Auch wenn ein Muttermal juckt, blutet oder brennt, lass es lieber von einem/er Hautarzt/in begutachten.
Diagnostik
Besteht der Verdacht, dass Sie an schwarzem Hautkrebs erkrankt sind, sollte das Pigmentmal zeitnah operativ entfernt werden. Eine feingewebliche Untersuchung des entnommenen Hautgewebes (Biopsie) bestätigt den Verdacht oder widerlegt ihn. Der Eingriff erfolgt in der Regel mit örtlicher Betäubung, und die Wunde wird mit einer Naht verschlossen.
Je früher das maligne Melanom erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Im Frühstadium des Tumors ist noch eine Heilung von nahezu 100 Prozent möglich.
Behandlung
Die weitere Behandlung nach der operativen Entfernung des Pigmentmals im Rahmen der Diagnose richtet sich danach, wie dick das Melanom war. Bei sehr früh erkannten, dünnen Tumoren (unter 1 mm Eindringtiefe) ist das Risiko, dass sich bereits Tochtergeschwülste gebildet haben, niedrig. Deshalb kann es bei sehr früh erkannten Melanomen ausreichen, diese mit einem kleineren Sicherheitsabstand an gesunder Haut zu entfernen. Bei fortgeschritteneren Tumoren empfiehlt sich dagegen ein größerer Sicherheitsabstand. Hierbei muss die Wunde eventuell durch Hautübertragungen oder andere plastisch-chirurgische Verfahren verschlossen werden.
Bei dickeren Melanomen (ab 1 mm) wird zusätzlich der am nächsten zum Tumor gelegene Lymphknoten entfernt und untersucht. Finden sich darin Krebszellen, wird Ihnen eine ergänzende medikamentöse Behandlung angeboten. Dies kann zum Beispiel eine Immuntherapie oder zielgerichtete Therapie sein.
Bei den medikamentösen Therapien, die im gesamten Körper wirken, wurden in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht.
Nachsorge
Die Nachsorge ist beim malignen Melanom außerordentlich wichtig. Denn zum einen lässt sich frühzeitig entdecken, wenn eventuell Metastasen entstehen oder das Melanom wieder aufritt. Dann kann die Erkrankung erneut behandelt werden. Zum anderen kann man Betroffenen so dabei helfen, die Krankheit zu bewältigen.
Die Nachsorge beim malignen Melanom sollte über zehn Jahre erfolgen. Wie oft die Untersuchungen stattfinden, hängt wesentlich davon ab, wie dick der Tumor war und in welchem Stadium. In den ersten fünf Jahren sind die Abstände kürzer (in der Regel zwischen viertel- bis halbjährlich). Zur Sicherheit können auch häufigere Kontrollen sinnvoll sein. Sind über eine längere Zeit keine neuen oder weitere Tumore entdeckt worden, reichen jährliche Untersuchungen aus.